Dienstag, 17. Juni 2014

Nova Rock 2014

Es sind kaum 36 Stunden her, da kam ich vom Nova Rock Festival aus Österreich zurück und war fertig wie ein Hund.
3,5 Tage Campen, Rocken, Saufen, Feiern und Staub einatmen waren vorbei, genauso wie die 5 Stunden einfache Fahrt. Gelohnt hat es sich. Hin will ich trotzdem nie wieder. :D


Wall of Text-Version: 
Die Anreise an sich war innerhalb von 4,5 Stunden getan. Ich fuhr mit meiner besten Freundin Leni gegen 15 Uhr los und um 22 Uhr waren wir dann auch schon an unserem fertig aufgebauten Zelt - danke nochmal an unsere verdammt geilen Mitcamper, die bereits am frühen Nachmittag angekommen sind und uns den Gefallen getan haben! 
Der Weg vom Auto um Festivalgelände war da schon um einiges beschwerlicher. Wir waren mit einer Sackkarre bewaffnet, die ständig im weichen Kies versunken ist und generell mussten wir einmal um das halbe Gelände herumlaufen, bis wir am Eingang angekommen waren, der natürlich total überfüllt war. Ein zweiter Eingang oder anders strukturierter Parkplatz hätten das vermeiden können, egal. Völlig erschöpft und voller Hass gegen die Veranstalter, aber dennoch wohl auf haben wirs dann trotzdem geschafft. Kram ins Zelt geworfen, noch kurz geratscht und dann gings auch schon ins Bett - bzw. in den Schlafsack.

Der Freitag fing früh an, wie das auf Festivals mit viel Sonne halt so üblich ist. Frühstück, die (für mich) unbekannten Leute kennen lernen, die mit einem Campen und auf zu Bring me the Horizon, im Anschluss The Used und dann Mittagessen. 
Die Sonne hat während der drei Tage ziemlich unbarmherzig gelacht, Sonnenbrand gab es für mich aber keinen. Ich fand die Hitze auch sehr angenehm, meine Camping-Genossen aber weniger.
Danach teilte sich unser Konzertgrüppchen. Ich hab mit zweien Casper besucht, die anderen sahen sich Steel Panther an, danach trafen wir uns bei Limp Bizkit, deren Auftritt dreister Weise infiltriert wurde. :D
Da schlichen sich also in einer kleinen Pause die Panther auf die Bühne und performten zwei ihrer Songs, während Fred Durst daneben stand, zunächst sichtlich verdutzt, dann amüsiert und am Ende einfach nur froh, als Steel Panther wieder weg war. Crossover vom Feinsten. Für die Fans und SP wars jedenfalls eine mords Gaudi.

Am Samstag ging es nach einer Dusche zu K.I.Z. und darauf folgte der obligatorische Alkoholkonsum. Der Met-Stand wurde einer genauen Prüfung unterzogen und für gut befunden. Währenddessen liefen im Hintergrund Samy Deluxe, Mono & Nikitaman und Alownation. Von Sunrise Avenue und Mando Diao hab ich auch nicht sooo viel mitbekommen, deren Programm hab ich mir aber wenigstens teilweise bewusst angesehen, bevor Iron Maiden kurz besucht wurde und ich zwei meiner Kameraden in ihre Zelte eskortierte, weil zu tief ins Glas geschaut. :D

Der Sonntag war demzufolge für viele der klassische Katertag. Es wurde sich allmählich über den übertrieben stark auftretenden Staub aufgeregt, der zu "ekelhaft schwarzer Rotze!" führte und nochmal geduscht, nur um 5 Minuten später wieder dreckig zu sein. Danach besuchten wir die Dropkick Murphys, Hatebreed (wobei ich während deren Konzert geschlafen hab) und ich sah mir mit zwei anderen Rob Zombie an und stieß zufällig auf jemanden, den ich vom Feiern gehen aus dem Backstage in München kenne.
Nachdem The Offspring, die fast parallel mit Rob Zombie liefen, ihren Auftritt um 20:40 Uhr beendet hatten, verabschiedeten Leni und ich uns von den anderen und fuhren zu zweit wieder nach Hause.
Sonntag nachts war zum Glück nichts los und ich traf gegen 03:00 Uhr zuhause ein, Leni circa eine halbe Stunde später, nachdem sie mit ihren Auto noch weiter fahren musste.

Meine Bräune hat sich leider unter der Dusche wieder komplett abgewaschen - so ein Dreck! - lustig war es dennoch und es entstanden viele witzige Fotos, ich hab eine neue Sonnenbrille bekommen, viele interessante Österreicher kennen gelernt und echt viel Spaß gehabt.
Einziger Wermutstropfen war der unsägliche Weg vom Auto zum Zelt, der mich nächstes Mal zweimal überlegen lassen wird, ob ich wirklich wieder aufs Nova fahren will, oder nicht. Bei einem übertrieben guten Line Up vielleicht. Oder mit dem Zug. Mal schauen.

Wie die einzelnen Konzerte waren folgt gleich nach der Fotoparade:

Fliegende Schwämme!
Abrocken zu Limp Bizkit

Ein Rudel Baby-Springmäuse hat sich in unserem Gruppen-/Lagerzelt eingenistet 


hätt ich gern als neue Sonnenbrille gehabt
Ein echter Neger... äh Cola Weizen
Jürgen, der coolste Steel Panther-Fan aller Zeiten und seine weiblichen Fans!

Schlafen bei Hatebreed feat. Dreckige Beine
Freitag:
Bring me the Horizon - Bring mir den Horizont
Haben solide und gut klingend ihre Songs gespielt. Es gab kleinere technische Probleme, dafür aber keine nervigen Pausen und kein Playback. Mir hat's gefallen.

The Used - Die Benutzten
Schönes, 45 minütiges Programm, ein bisschen Eingringen der Fans war auch da. Das Konzert ansich war schön anzuhören und am Ende gab es noch "the best Song ever written", was im Prinzip ein Cover vieler bekannter Rock-Klassiker war (Intro von "Smells like a Teen Spirit", das Ende von "Killing in the Name", etc.) und mir gut getaugt hat. Ich fand's sehr lustig, auch wenn ich davor nur zwei Songs von The Used kannte.

Casper - Der Kaschperl
Ist auf der Bühne rumgehüpft, wie ein Flummy, war ständig in Bewegung und hat die Fans zum Rumhüpfen und Klatschen animiert. Eine gute Mischung der Songs war da, ein stimmiges Bühnenprogramm und ein schöner Kontest, welche Seite der Fans lauter schreien kann. Super auch das Bekenntnis am Schluss: Wir passen hier zwar nicht so ganz rein, aber danke, dass ihr troztdem da wart!

Limp Bizkit - Labriger Keks
Das war das Konzert, auf das ich mich am meisten gefreut hab. Leider wurde ich ziemlich enttäuscht. Es gab teils ziemliche Pausen zwischen den Songs und unschöne und nicht passende Verzögerungen und Soli in den Liedern. Außerdem hat Fred Durst echt keine Stimmung gemacht. Da war der Einsatz von Steel Panther echt gut (vielleicht fanden sie das Konzert auch schlecht?) und hat die Fans wieder ein bisschen aufgelockert. Limp Bizkit werd ich mir aber sicher nicht mehr live ansehen, da hör ich lieber weiter die CDs. 

The Prodigy - Das Wunderkind
The Prodigy hatten eine Lightshow, die äußerst epileptikerunfreundlich war, da sehr viele blinkende Lichter und blitzende Effekte. Die Musik war solide (da mit nicht ganz so vielen Instrumenten) und mit einem Keith Flint als Sänger, der permanent zwischen und während den Songs "YO MAH NOVA PEOPLE!" gerufen hat. Es war einfach nur lustig und schön anzuhören und hat echt Stimmung gemacht. Prodigy-Klassiker vom Feinsten mit ein paar neueren Songs. Der Bass war auch sehr mächtig und die Tontechniker hatten danach bestimmt viel Spaß mit den lädierten Boxen. 

Samstag:
K.I.Z. - Krass intelligenter Zirkus
Auf K.I.Z. war ich gespannt und die Jungs sind ziemlich abgegangen. Es hat tierischen Spaß gemacht, ihnen zuzuhören und ihre Live-Version von Hurensohn ("Du Hurensohn, ich mache Party auf deinem Grab" auf der Melodie von "Forever Young") war einfach. Nur. Geil. Wenn die mal live in München spielen, gehe ich definitv hin. Das ist echt ne ziemliche Party gewesen. 

Mono & Nikitaman und Awolnation - Dafug und A-irgendwas
Hab ich nur im vorbeilaufen, bzw. rumlümmeln mit lustigen Österreichern mitbekommen. Waren soweit solide und gut nebenbei zu hören. 

Sunrise Avenue - Sonnenaufgangsallee
Haben gut Party gemacht und hatten eine schöne Auswahl an Songs. (Außerdem ist Samu verdammt heiß!) Ich mochte den Auftritt, mir hat er sehr gut gefallen. An sehr viel mehr kann ich mich aber nicht mehr erinnern. 

Mando Diao und Iron Maiden - Mango Mango und die eiserne Jungfrau
Hab ich beim herumirren gehört, als ich andere Gruppenmitglieder suchen sollte. Waren soweit gut, ich mochte die Stimme vom Mando Diao-Sänger sehr. Iron Maiden fand ich beim vorbeigehen nicht ganz so ansprechend, aber anhörenswert waren sie schon.

Sonntag:
Dropkick Murphys - Sprungkick Kartoffeln
Haben eine super Party hingelegt, eine klasse Songauswahl gespielt und waren mir durchweg sehr sympathisch. Es gab nicht viel Gerede zwischen den Liedern und die wurden dafür sehr solide und wohlklingend gespielt. Gerne wieder.

Hatebreed - Das Hassbrüten
Von denen hab ich nicht viel mitbekommen, aus Erzählungen hab ich aber entnommen, dass die Live-Show wohl nicht so berauschend war. Also hab ich nichts wichtige verschlafen.

Rob Zombie - Robert Untot
Rob Zombie waren die modisch ausgeflippteste Band, die ich auf dem Nova gesehen habe. Herr Zombie kam mit hautengen Lederhosen, einer Gorilla-Weste und einer wilden Rocker-Mähne auf die Bühne, der Gitarrist hatte eine grün leuchtende Gitarre und der Bassist einen mega dichten Bart. Es gab coole Gitarren- und Drum-Soli und Rob ist dann auch noch - trotz protestierender Grabenschlampen (ja, der Audruck ist gemein, aber ich mag ihn) - durch die Menge gelaufen und hat allen, die wollten, ein High-Five gegeben und kam mit einem "Kauf dir eine Oma"-Pappaufsteller wieder auf die Bühne, um weiter zu rocken. Die Songs waren super, die Stimmung bombastisch und für mich war es ein super Abschluss eines gelungenen Festivals.

Kurz und gut:
Ein schönes Festival, gute Live-Acts und viel Spaß. Ich habs in vollen Zügen genossen (und in vollen Zügen auch den Staub wieder ausgehustet, den ich da literweise eingeatmet habe. Pfui!)

Kommentare:

  1. war auch da, kann nur empfehlen in ein caravan ticket zu investieren. und hatebreed verschlafen geht ja wohl gar nicht - da muss man in den pit! gegen staub hilft ein staubtuch, hat mir das leben gerettet!

    liebe grüße und happy hacking!

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  2. Hatte auch ein Tuch, das mich gegen Staub bewahrt hat. Allerdings nicht 24/7. :)
    Über Caravan mach ich mir Gedanken, wenn das LineUp nächstes Jahr wieder so gut wird (und ich keine anderen Festivals besuchen kann, weil das Nova eigentlich nur eine Art Notlösung war *hust hust*).
    Und Hatebreed... jaaaaaa... nächstes Mal. ;)

    Grüße und happy hacking zurück.

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