Samstag, 28. Juni 2014

Survival Horror ohne Todesangst


Mit "Amnesia: The Dark Descent" wurde 2010 die Buchse der Pandora geöffnet und zahlreiche Spielehersteller zogen mit "DayZ", "Don't Starve", "Amnesia: Machine for Pigs" und "Rust" nach: Die Survival Horror Games etablierten sich auf dem internationalen Spielemarkt. 
Nun sitzen Zocker vermehrt vor ihren Rechnern und Konsolen und versuchen unendlich vielen Gefahren zu entkommen und irgendwie in einem unbekannten Terrain zu überleben. 

Dabei unterscheiden sich jedoch die Möglichkeiten, die man als Speiler hat, teilweise gewaltig. Während man in beiden "Amnesia"-Teilen in keinster Weise Schaden an den Monstern ausrichten kann und permanent weglaufen muss, ist man in "DayZ" durchaus in der Lage, den Zombies mit Maschinenpistolen Einhalt zu gebieten. Außerdem sind "DayZ" und "Rust" Multiplayer Spiele, was das Spielgefühl natürlich nochmal erheblich ändert, immerhin muss man sich hier auch noch gegen andere Spieler behaupten, die einen töten wollen. 
"Don't Starve" wiederum zeichnet sich durch seine Comic-Grafik aus und die Tatsache, dass das Spiel grafisch die psychische Verfassung des Charakters wiedergibt. Soll heißen: Geht es der Figur wegen Hunger oder ähnlichem schlecht, verändern sich die Vögel und Kaninchen, die am ersten Tag noch recht niedlich aussahen und werden zunehmend furchterregender. 
Genau wie in anderen Genres, sind auch den Survival-Horror Games kaum Grenzen gesetzt, nur dass die Gefahren sehr unterschiedlich ausfallen können und das persönliche Überleben nicht nur dadurch gewährleistet wird, die Gegner irgendwie zu auszutricksen. Man muss sich wirklich um sein Überleben bemühen, das heißt: Essen sammeln, ein Lager aufschlagen und so zum Selbstversorger werden. Einzige Ausnahme sind da wieder die beiden Amnesia-Teile, aber die sind durch ihre abwechslungsreiche Geräuschkulisse und die verstörenden Zwischensequenzen gruselig genug (und in einem Schloss zum Selbstversorger zu werden sollte sich auch als ziemlich schwierig erweisen...) und die Storyline kommt auch gut daher. 


Niedlicher Waldspaziergang? Weit gefehlt!
Aktuelles Beispiel für das Horror Survival Genre, welches sich gerade in der Alpha befindet, dürfte wohl "The Forest" sein.
Nein, es handelt sich dabei um keinen "Förster Simulator", sondern um das Baby von "Endnight Games" und es erinnert stellenweise ein wenig an "Minecraft". Man landet auf einer Insel, auf der man sich frei bewegen kann und keine Geschichte vorgegeben hat und kann mit den gesammelten Gegenständen im Inventar neue Dinge craften. Nur rennt man hier nicht vor Creepern, Zombies und Skeletten davon, die in ihrem eckigen Design stellenweise nicht sehr ernst zunehmend aussehen, sondern vor kannibalistischen Ureinwohnern, die über seltsame (gruselige!) Laute kommunizieren und einen natürlich töten und essen wollen. Das ganze hat eine super realistische Grafik, was es natürlich nicht weniger gruselig macht.

Bei dieser Art von Spielen von Todesangst zu sprechen, ist natürlich etwas übertrieben. Zumindest, wenn man in der Hinsicht ein relativ dickes Fell hat. Ich hingegen hatte nach dem Horrostreifen "The Grudge" nächtelang Panik, gleich ein blasses, schwarzhaariges Gespenst im Haus zu haben und bin dementsprechend absolut nicht mit derartigen Spieletypen kompatibel. Sogar in Minecraft bleibe ich immer im Creative Mode und erschrecke tierisch, falls da doch mal ein harmloser Mob auftaucht. (Nichtmal Pac Man hab ich als Kind gern gespielt, weil - Überraschung - es mir damals schon viel Angst gemacht hat.)
Darum bin ich immer wieder froh, dass es Menschen wie Gronkh oder Markiplier gibt, die wesentlich abgehärteter sind und feigen Hühnern wie mir auch einen kleinen Einblick in die Welt der Horrorgames verschaffen.
Denn tatsächlich bin ich ziemlich interessiert an solchen Spielen, nur selbst spielen kann ich sie beileibe nicht, wenn ich danach noch ruhig schlafen will.

Also bleibe ich bei bekannten Let's Playern und sehe ihnen dabei zu, wie sie laut schreien, energisch auf Gegner einprügeln oder haarklein erzählen, warum sie was wie machen und was sie sich davon erhoffen. Das ist auch eine gute Lösung für die, die erst etwas über das Spiel erfahren wollen, bevor sie es selbst spielen. Oder für die, die sich die Spiele nicht leisten können oder wollen. 
Natürlich IST es ein deutlicher Unterschied, ob man selbst daddelt, oder nur dabei zusieht, wie andere dies tun. Mir ist es allerdings spannend genug und ich fiebere ständig mit, wenn Gronkh gerade einen Baum in "The Forest" fällt oder mit seiner Leuchtpistole Gegner in Flammen steckt. Oder sich über die unrealistische Physik auslässt, etc. etc. 

Fazit: Yay zu Survival-Horror, aber nur, wenn ich ihn durch die Augen meiner lieblings YouTuber erleben kann, die mit witzigen Kommentaren und teils ungeplanten Aktionen die Spannung ein bisschen rausnehmen und den Trend auch mir näher bringen können. Daumen Hoch. :)

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